JPG ist in der Stadt. Unbedingt ansehen!

80x80_JPGHinter JPG vermutet der geneigte, modeinteressierte Leser folgerichtig Jean-Paul Gaultier. Den französischen Haute Couture und Pret-a-Porter Designer, dessen Namen untrennbar mit dem Begriff des enfant terrible verbunden zu sein scheint. Doch davon kann jedermann/-frau sich noch bis zum 14. Februar 2016 selbst ein Urteil bilden.

JPG gastiert in der Hypo Kulturhalle bis zum 14. Februar 2016

Das Münchner Stadtleben-Team hat sich vor Ort umgesehen und ist begeistert – die 14 Euro Eintritt absolut lohnenswert. Wir empfehlen einen Besuch unter der Woche am frühen Nachmittag um ein übervolles Haus zu vermeiden und den Detailreichtum der ausgestellten Exponate ausgiebigst zu studieren. Doch dazu später mehr.

Im Zwischengeschoß liegen in der Regel zwei Exemplare des Begleitbuches zur Ausstellung zur Ansicht aus. Eine hervorragende Möglichkeit zur Einstimmung und mit Freu-Garantie, wenn das eine oder andere später wiedererkannt wird.

Was macht diese Ausstellung so besonders?

20151020_175111Alle Exponate verbergen sich nicht hinter Schaufenstern. Jede Naht und jedes Detail kann aus nächster Nähe betrachtet werden. Denn eine seiner größten Stärken und Obsesionen liegen im Detail, in der Wahl des Stoffes, des Materiales und dessen handwerkliche Verarbeitung. Nichts bleibt verborgen und kann bestaunt werden.

In der Austellung finden sich Puppen mit speziell geformten Gesichtsflächen. Mittels Beamern werden “lebende” Gesichter darauf gezeichnet. Augen blinzeln und bewegen sich und Münder sprechen oder singen – im Raum mit JPGs Puppe liefern diese sich auch das eine oder andere Wortgefecht.

Wer noch nie bei einer Modenschau dabei war (die meisten), der kann sich dieses “Erste Reihe fußfrei”-Feeling hier holen. Auf einem Catwalk flanieren ausgewählte Entwürfe aus unterschiedlichsten Kollektionen vorbei. Wer sich dort auf einen der Hocker ganz vorne setzt, sieht die “Models” auf sich zulaufen, drehen und wieder entschwinden.

Wer sich für Mode interessiert und sich die Modelle im Detail ansieht – untersucht ist manchmal ein treffenderer Begriff, der wird am Ende fast zwei Stunden gestaunt und frohlockt haben. Wohl aber auch müde sein und über schmerzende Füße stöhnen. Denen sei dann im Anschluss noch ein Verweilen in einigen von JPG entworfenen Sitzmöbeln am Ein-/Ausgang angeraten.

Was: Jean Paul Gaultier – From the Sidewalk to the Catwalk

Wann: 18 September 2015 bis 14 Februar 2016

Wo: Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung, Theatinerstraße 8, 80333 München

Google Maps: Kunsthalle

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blickfang im Postpalast – where design gets personal

Foto: Christian Hofer

Foto: Christian Hofer

Was vor nunmehr 22 Jahren in Stuttgart seinen Anfang nahm und sich über Stationen Basel, Zürich, Kopenhagen, Hamburg und Wien fortpflanzte, erreicht nun endlich München. Die größte Messe Europas für Design: die “blickfang“.

Zu verdanken ist dies zu großen Teilen Stefan und Saskia Dietz. Designkennern ist dieses Münchner Pärchen längst ein Begriff. Er, Industriedesigner mit Entwürfen wie RopeTrick oder BigBin; Sie, Schmuckdesignerin und mit ihrem Label nicht weniger erfolgreich. Beide gut vernetzt in der Designerbranche und ehemalige Kuratoren der blickfang haben es geschafft, diese auch nach München zu lotsen.

Ab dem 21.2. präsentieren sich im Postpalast zahlreiche nationale und internationale Designer ihrem kritischen Publikum. Gezeigt (und verkauft) werden Produkte abseits der Massenfertigung in vielen Bereichen, etwa Möbel, Mode, Produkte oder Schmuck. Das Besondere an der “blickfang” ist die Verpflichtung der Designer vor Ort anwesend zu sein um sich den Fragen zur Herstellung, den Materialien, der Produktidee und vielem mehr zu stellen.

Die 100 Aussteller kommen aus so unterschiedlichen Ländern wie Ungarn oder Finnland und den Niederlanden, Österreich oder der Schweiz. Alle zusammen sorgen für einen breiten, unterschiedlichen Mix an Stilrichtungen und Spielarten des Designs. Mit dabei sind auch 15 Münchner Designer und wie jedes Jahr werden natürlich auch Awards für Jungdesigner vergeben. Wer sich also für Einzelstücke, Prototypen aber auch Alltagstaugliches und Handwerkliches begeistern kann, dem sei ein Besuch des Postpalastes (einem Juwel der Stahlbetonarchitektur) empfohlen.

Was: blickfang

Wann: 21. Februar (14 – 20 Uhr), 22. Februar (11 – 19Uhr), 23. Februar (11 – 19Uhr)

Wo: Postpalast, Wredestraße 10, 80335 München

Karten: Tageskarte 10,- /Studenten 8,-; Mehrtageskarte 16,-

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