Was sehen Sie, wenn Sie nichts sehen?

Foto: Christian Hofer

Foto: Christian Hofer

Sehen Sie einmal aus Ihrem Fenster. Was sehen Sie? Das hässliche Bürogebäude gegenüber? Schade. Den hübschen Nachbarn? Schön. Aber was sehen Sie eigentlich, wenn Sie nichts sehen? Erraten; Glas.

Glas, ein tolles Material. Schon unsere steinzeitlichen Vorfahren schätzten Obsidian (natürliches Glasvorkommen) über alles. Als Werkzeug und als Tauschgut. Auch die Römer, die es in unsere Breiten brachten schätzten es dermaßen, dass sie im fernen Ägypten das notwendige Natron abbauen ließen.

Und auch heute ist es immer noch ein Faszinosum, wie ein fester Körper dermaßen lichtdurchlässig sein kann. Anfangs war Glas kostbar und daher teuer. Entsprechend konnten nur vermögende Leute ihren Reichtum auf diese Weise zeigen. Durch industrielle Vertigungsverfahren verbreitete es sich durch alle Bevölkerungsschichten.

Über Jahrhunderte zeigten Künstler immer wieder reges Interesse an Glas. Doch erst Erwin Eisch, der an der Münchner Akademie der Bildenden Künste studierte, gelang es eine Lösung zu entwickeln, die klein genug für Ateliers war. Was folgte war die sogenannte “Studioglasbewegung”. Zusammen mit Harvy K. Littleton gilt Eisch heute als Gründervater dieser Bewegung, deren erklärtes Ziel es war die althergebrachten Formen von Glasobjekten aufzulösen. Sehr erfolgreich dabei war auch ein ganzer Ort in Italien der zum Synonym heranwuchs: Murano.

Die Münchner Alexander Tutsek-Stiftung zeigt bis zum 10.4. Erwin Eisch Pionierarbeiten in der Ausstellung “Wo bist Du. Where are you?”. Kern der Ausstellung sind Glasköpfe die teilweise bemalt sind und durch ihre wechselhafte Oberfläche, mal transparent mal opak einen reizvollen Kontrast erleben lassen.

Was: Ausstellung “Wo bist Du. Where are you?”

Wann: bis 10. April 2014, Di. und Mi. 10:00 – 14:00 Uhr, Do. und Fr. 14:00 – 18:00 Uhr

Wo: Karl-Theodor-Straße 27, 80803 München

Eintritt: 3 Euro, ermäßigt: 2 Euro

Lokation auf Google Maps: Alexander Tutsek-Stiftung

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